Entwurfsplan Freianlagen Stadtbibliothek Norden

Details zum Projekt

Die Stadt Norden plant die Erweiterung und den Umbau der bestehenden Stadtbibliothek an der Marktstraße Nr. 8. Es handelt sich um ein Viertel mit überwiegend historischen Gebäuden.

Ausgangssituation

Das Gebäude Am Markt 8 (Flurstück 6/1) ist die derzeitige Bibliothek und soll erweitert werden. Dazu wurde das Gebäude Osterstraße 158 (Flurstück7/2) erworben. Der hintere Teil soll abgerissen werden. Hier soll ein Zwischenbau entstehen, der beide Gebäude miteinander verbindet, siehe dazu auch die Planung von Angelis und Partner. Das Gebäude Am Markt 8 wird „nur“ Saniert, hauptsächlich im Innenraum, Das Gebäude Osterstraße 158 muss komplett Kernsaniert werden. Hier werden sich die Fassaden auch ändern. Das Gebäude Am Markt 7 wurde im Zuge der Planung auch von der Stadt erworben. Der hinter Flachdachteil soll abgerissen und ein kleiner Platz entstehen, auf dem Fahrräder etc. untergebracht werden können. Die neue Zuwegung erfolgt auch über dieses Grundstück und der Lohne (siehe Übersichtsskizze „Adresse Variante 02/Angelis & Partner). Der bisherige Eingang der Bibliothek war von der KVHS-Seite aus. Der neue Verbindungsbau, soll im Bereich der Lohne sehr transparent gestaltet werden um die Lohne nicht als Sackgasse enden zulassen. Eine Durchquerung des Gebäudes wird an dieser Stelle auch möglich sein, so dass es in Richtung KVHS auch einen Ausgang (Nebeneingang) geben wird.

Für die Freiraumgestaltung soll die Lohne von der Osterstraße, die Zuwegung und der entstehende Vorplatz von Am Markt sowie die Flächen Richtung KVHS mitgestaltet werden. Evtl. auch die Fläche der KVHS, so dass dort eine Art Campus entstehen kann. Dies wäre zunächst jedoch ehe konzeptionell zu sehen und muss detaillierter mit allen Beteiligten besprochen werden.

Freiflächenplanung

Das oben aufgeführte Konzept (Angelis & Partner) zeigt die für die Neuplanung zu beanspruchenden Freiflächen sowie die gewünschten Zugangssituationen zur neuen Stadtbibliothek. Die Freiflächen um das historische Bibliotheksgebäude herum werden jeweils als einheitliche, zusammenhängende Hofbereiche dargestellt.

Flächenbefestigungen mit Natursteinplatten, in Bahnen verlegt und Flächenausfüllung mit Mosaikpflaster. Um Kosten zu sparen, wären Platten und Steine aus Beton, in Natursteinoptik gehalten, eine Alternative.

Durch die Kombination aus kleinteiligem Mosaikpflaster und großformatigen Natursteinplatten entsteht ein kontrastreiches und lebendiges Bild der Innenhöfe. Grünflächen in mehreren Ebenen (bodengleiche Pflanzbeete, Hochbeete mit eingelassenen Sitzbänken, Fassadenbegrünung und Kletterpflanzen (hier der Müllsammelplatz) bilden einen weiteren wirkungsvollen Kontrast zu Gebäuden und Pflasterflächen. Zusätzlich trägt diese Begrünung zur Abkühlung und Staubbindung in heißen Sommern bei.

Überdachter Sitz- und Aufenthaltsbereich

Ein prägendes Element im rechten Innenhof ist der überdachte Aufenthalts- und fahrrad-Abstellplatz in der Formensprache der historischen Giebelhäuser. Eine 3-stufige Podestfläche bietet ausreichend Platz für Gespräche, Beobachtungen, Ruhen und andere Aktivitäten. Der hintere Teil bietet Platz für mindestens 32 Fahrräder.

Müllsammelplatz

Im Innenhof des Haupteingangs ist auch der Müllsammelplatz angesiedelt. Ein solcher Platz darf die Optik dieses wichtigen Innenhofes nicht beeinträchtigen. Die hochwertige Einhausung mit einer begrünten Pergola und Cortenstahl-Wandelementen vermittelt einen absoluten Sichtschutz und besticht als hochwertiges Gestaltungselement, welche die Funktion des Müllsammelplatzes nicht mehr sichtbar machen.

Nebeneingang Bibliotheksgebäude

Der erhöhte Eingang zum historischen Bibliotheksgebäude ist über eine Stufenanlage zu erreichen. Auch ein dort wachsender Baum steht entsprechend erhöht. Die Höhensituation wird genutzt, um hier auch Hochbeete aus Cortenstahl vorzusehen, welche mit kleinen Bäumen, Sträuchern, Stauden, Gräser und Bodendecker bepflanzt sind. Die Ausstattung mit Hochbeeten macht die Innenhöfe durch die räumlich-höhenmäßigen Unterschiede gestalterisch vielfältiger. Auch hier kommen Naturstein-Blockstufen zum Einsatz, um die oberen Flächen zu erschließen.

Der aus Stahlsäulen und Stahlstreben bestehende Unterstand hat ein gläsernes Dach. Die 3-stufige Sitzplattform hat eine Auflage aus Kanthölzern, hochkant eingebaut. Die Stirnseiten bestehen aus Cortenstahl oder farblich beschichtetem Stahl. Alternativ zu den Holzauflagen gibt es Auflagen aus Recyclingmaterial oder aus gebrauchtem Holz aus alten Hafendalben, siehe Ausführungen zu den Sitzbänken. Zwischen Sitzpodest und fahrrad-Abstellbereich ist eine Sichtschutzwand eingebaut.

Regenrückhaltung

Ein wichtiger Bestandteil der Freiflächenplanung ist die Nutzung und die Rückhaltung von Niederschlagswasser. Vor dem Hintergrund der voranschreitenden Klimaerwärmung sollen die Hofflächen, soweit dies von den räumlich engen Verhältnissen möglich ist, soviel Regenwasser nutzen/zurückhalten wie es möglich ist.

Neben der Möglichkeit einer Fassadenbegrünung kann anfallendes Niederschlagswasser sowohl von den befestigten Flächen als auch von den angrenzenden Dächern in die vorhandenen Grünflächen eingeleitet werden. Der anstehende Untergrund muss jedoch in der Lage sein, das überschüssige Wasser versickern zu lassen. Alternativ bzw. zusätzlich müssen Überlaufmöglichkeiten in den öffentlichen Kanal vorgesehen werden.

Eine weitere Möglichkeit der Regenrückhaltung bieten Zisternen oder tunnelartige Behälter, welche das Wasser vorübergehend speichern und nach und nach durch kleine Öffnungen versickern lassen – Verrieselung. Auch hier muss als Voraussetzung ein versickerungsfähiger Untergrund vorhanden sein.

Flächenbefestigung

Eine in früheren Zeiten gebräuchliche Flächenbefestigung war der Einsatz von großen Natursteinplatten, z. B. in Bahnen verlegt, kombiniert mit Kleinstein- oder Mosaikpflaster. Diese Art der Befestigung war zu sehen z. B. bei alten Häuptlingssitzen, Herrenhäusern, Kirchen, Innenhöfen und Gutshöfen.